Die Unterschiede zwischen dem spanischen und dem peruanischen Spanisch erklärt

30 Oktober 2018 (126 besuche)

Spanisch ist nicht gleich Spanisch! Genauso wie es in Deutschland verschiedene Dialekte und regionale Varianten der deutschen Sprache gibt, variiert auch das Spanisch in den zahlreichen hispanophonen Ländern auf der Welt. Das bedeutet aber nicht, dass Sie ihre Spanischkenntnisse auf Ihrer Peru- oder Südamerikareise nicht anwenden können. Im Gegenteil, die Grundstruktur der spanischen Sprache bleibt in allen südamerikanischen Ländern gleich. Die Variationen in Grammatik, Vokabular und Aussprache kann man sich abhängig von dem Land, in dem man sich aufhält, relativ leicht aneignen. Der größte grammatikalische Unterschied zum spanischen Spanisch ist das Wegfallen der zweiten Person Plural. Das vosotros (ihr) wird ersetzt vom ustedes (sie). Es wird nur aus dem Kontext klar, ob es sich um ein ihr oder sie handelt. Man fragt beispielsweise nicht ¿Dónde estáis?, sondern ¿Dónde están?, wenn man wissen will, wo sich eine Gruppe von Personen aufhält. In Südamerika bezeichnet man Spanisch als Castellano. Das liegt daran, dass die Eroberung des Kontintents von der spanischen Region Kastilien ausging. Das Spanisch, das sie nach Südamerika gebracht haben ist also im engeren Sinne kastilisch.

 

Der Vorteil in Peru ist, dass die Peruaner relativ leicht zu verstehen sind. Sie sprechen im Vergleich zu anderen Ländern Südamerikas langsam und deutlich. Es gibt in der Aussprache allerdings Unterschiede zwischen den Regionen an der Küste, im Dschungel und in den Bergen. In Lima zum Beispiel werden oft Konsonanten verschluckt. Bei der Aussprache von Cusco wird das S nicht ausgesprochen. Wenn man nach dem Weg fragt, kann man statt einem de frente al fondo ein de fresa al fonso zu hören bekommen. In der Andenregion und so auch in Cusco wird langsamer und deutlicher gesprochen als in Lima. Für Besucher aus dem Ausland ist das Spanisch lernen dort dadurch weniger frustrierend. Die sprachlichen Besonderheiten des Castellano lassen sich in einem Spanischkurs in der faszinierenden Stadt Cusco, am besten auch mit einem peruanischen Tandem Partner oder einer Tandem Partnerin an Ihrer Seite, mit wenig Aufwand verinnerlichen.

 

Der Wortschatz in den Bergregionen ist teilweise vom Quechua, der Sprache der Inka, beeinflusst. Man sagt zum Beispiel chakra anstelle von campo, wayki heißt Bruder oder Freund. Bei Lebensmitteln ist una chela ein Bier, zu Avocado wird palta gesagt und als papa bezeichnet man die berühmte Kartoffel in Peru. Ein Auto wird nicht coche sondern carro genannt. Plata steht nicht nur für Silber, sondern umgangssprachlich auch für Geld. Typisch für die Andenregion ist auch der starke Gebrauch des Diminutivs. An fast jedes Wort kann ein –ito oder –ita anghängt werden, um die Sprache weicher und sanfter klingen zu lassen. Der Diminutiv wird auch für Namen gebraucht. Vom kleinen Kind bis zum Großvater wird eine Verniedlichungsform des Namens verwendet. Das ist aber keinesfalls eine Beleidung, sondern ein Ausdruck von Zuneigung. Wenn Sie sich am Anfang Ihres Aufenthalts in Peru ein bisschen Zeit für einen Spanischkurs in Cusco nehmen und ein paar Tage in einer Gastfamilie verbringen, werden Sie auch schnell merken, dass sich eine unverheiratete Frau, selbst im hohen Alter, mit Stolz und Respekt Señorita nennen lässt.

 

Tabea P.

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